Wenn das Backend spinnt

WordPress ist zwar wegen seiner leichten Handhabung und der einfachen Wartung derzeit das beliebtes Content-Management-System für Blogs und kleine Websites, aber es ist nicht unfehlbar – und seine Plugins sind es auch nicht. Kürzlich bekam ich eine aufgeregte E-Mail von einem Kunden: Er könne den Adminbereich nicht mehr betreten, da sei nur noch eine weiße Seite zu sehen. Dies sei passiert, nachdem er ein Plugin installiert habe.

Ich nehme diesen Fall als Anlass dafür, einen Artikel darüber zu schreiben, wie man vorgehen kann, um das Backend wieder zu reparieren. Wenn wir wegen eines neu installierten Plugins nur noch eine weiße Seite im Adminbereich sehen, gibt es einige einfache Schritte, um das Problem zu lösen. Das Wichtigste ist aber erst einmal: Nicht in Panik geraten! Panik ist ein schlechter Ratgeber. Er führt nur zu wildem Klicken und dadurch wird es auch nicht besser. Lieber erst einmal beruhigen, dann nachdenken und dann konzentriert arbeiten. Und zwar so:

1. Plugins sichern

Zunächst öffnen wir ein FTP-Programm (z. B. FileZilla) und loggen uns auf unserem Server ein. Wir öffnen den Ordner, in dem unsere WordPress-Installation liegt. Die Plugins liegen im Ordner wp-content/plugins. Diesen Ordner öffnen wir. Wir speichern nun den gesamten Inhalt dieses Ordners lokal auf dem PC ab.

2.  Plugin-Verzeichnis umbenennen

Im Anschluss daran benennen wir den Ordner plugins um, z. B. in plugins-tmp. Damit ist dieser Ordner für WordPress nicht mehr erreichbar. Nun sollte das Backend wieder erreichbar sein. Natürlich sind nun gar keine Plugins mehr installiert, da diese alle in dem Ordner sind, den wir eben umbenannt und damit unerreichbar gemacht haben. WordPress wird kurz anmahnen, dass die Plugins nicht mehr da sind, da das System nicht damit gerechnet hat, dass wir ihm einfach alle Plugins entziehen. Das sollte uns nun aber nicht weiter beunruhigen.

Plugins sichern
Neues Plugin-Verzeichnis anlegen

3. Neues Plugin-Verzeichnis anlegen

Wir legen als nächstes ein neues Plugin-Verzeichnis unter wp-content an.Dies ist ab jetzt der Ordner, in den wir Plugins laden. Dieser Ordner wird von WordPress auch als solcher erkannt.

4. Plugins nach und nach in den neuen Ordner laden

Zuletzt kopieren wir ein Plugin nach dem anderen von unserer lokalen Sicherung in den neuen plugins-Ordner. Nach jeder Plugin-Installation kontrollieren wir, ob das Backend noch geht. Sobald die Störung erneut auftritt, wissen wir, welches Plugin dafür verantwortlich ist, dass wir nur noch eine weiße Seite im Adminbereich sehen.

Und woran liegt es nun?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Es kann daran liegen, dass das Plugin sich mit der aktuellen WordPress-Version oder einem der anderen Plugins nicht verträgt. Ursache kann aber auch ein Fehler im Plugin sein. Dies herauszufinden, kann eine längere Angelegenheit werden. Einfacher ist es, auf ein anderes Plugin auszuweichen, das die gleichen Funktionen bietet.

Der Kunde hat nun jedenfalls seine erste Erfahrung mit WordPress-Plugins und ihren Fallen gesammelt. Und das Backend geht wieder.

Viel Erfolg beim Reparieren!

Signatur